Wort zum Sonntag

Erstellt von Sabine Müller |

Am vergangenen Sonntag erschien in der regionalen Presse in der Rubrik „Wort zum Sonntag“ ein Beitrag unserer Geschäftsführerin Martina Fisser.

Diesen Beitrag möchten wir nun auch hier auf unserer Homepage mit Ihnen teilen und Sie herzlich zum Lesen und Nachdenken einladen.

„Hier werde ich gebraucht“ – Mit Freude und Herz im Diakonieladen

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40)

Mit diesem Bibelwort lässt sich das Engagement von Frau S. im Diakonieladen treffend beschreiben. Seit vielen Jahren schenkt sie dort nicht nur Kleidung, sondern auch Zeit, Aufmerksamkeit und ein freundliches Wort für Menschen, die Unterstützung benötigen.

Wer den Diakonieladen neben dem Diakonischen Werk Oldenburger Münsterland betritt, begegnet ihr oft mit einem freundlichen Lächeln. Zwischen Kleiderständern, Regalen und Menschen, die Rat oder Hilfe suchen, ist Frau S. seit Jahren eine feste Größe. Mit ihrem Einsatz leistet sie nicht nur praktische Unterstützung, sondern schenkt auch Wärme und Menschlichkeit.

Für Frau S. ist die Arbeit weit mehr als ein Ehrenamt. „Ich komme immer gerne hierher“, erzählt sie. „Die Arbeit macht mir Freude und jeder Tag ist anders.“ Gerade diese Abwechslung schätzt sie besonders. Während viele Menschen im Ruhestand nach einer sinnvollen Beschäftigung suchen, hat sie diese längst gefunden.

Die Aufgaben im Diakonieladen sind vielfältig. Gespendete Kleidung wird angenommen, sortiert, geprüft und für die Ausgabe vorbereitet. Doch noch wichtiger als die praktische Arbeit sind für Frau S. die Begegnungen mit den Menschen.

„Man lernt hier die unterschiedlichsten Menschen kennen“, sagt sie. „Jeder hat seine eigene Geschichte, seine Sorgen und Hoffnungen.“ Viele Besucherinnen und Besucher kommen nicht nur wegen der Kleidung, sondern freuen sich auch über ein offenes Ohr oder ein kurzes Gespräch. Gerade in einer Zeit, in der sich viele Menschen einsam fühlen, sind solche Begegnungen oft besonders wertvoll.

Viele sehr unterschiedliche Personen kommen in den Diakonieladen. Für Frau S. macht es keinen Unterschied, wer vor ihr steht. Jeder Mensch wird mit Respekt und Freundlichkeit behandelt. Oft entstehen Gespräche über den Alltag, die Familie oder kleine Freuden und Sorgen. Manchmal wird gemeinsam gelacht, manchmal Trost gespendet.

Für Frau S. gehört genau das zu den schönsten Seiten ihres Ehrenamtes. „Ich bekomme sehr viel zurück“, sagt sie. „Wenn jemand glücklich ist, weil er etwas Passendes gefunden hat, oder sich einfach bedankt, dann macht mich das froh.“

Wie viele Ehrenamtliche engagiert sie sich aus Überzeugung und mit großer Bescheidenheit. Gleichzeitig hat die Tätigkeit auch ihr eigenes Leben bereichert. Nach ihrem Berufsleben wollte sie aktiv bleiben und ihre Zeit sinnvoll einsetzen. Das Ehrenamt bietet ihr genau diese Möglichkeit.

Auch das Miteinander im Team und zu den Mitarbeitenden im Diakonischen Werk schätzt Frau S. sehr. Über die Jahre sind Freundschaften entstanden. Man unterstützt sich gegenseitig und verfolgt ein gemeinsames Ziel: Menschen zu helfen.

Der Diakonieladen ist ein Ort der Unterstützung und der Begegnung. Ehrenamtliche wie Frau S. tragen dazu bei, dass dieser Geist lebendig bleibt. Auf die Frage, warum

sie sich engagiert, antwortet sie ohne zu zögern: „Weil es mir Freude macht. Weil ich hier gebraucht werde. Und weil die Menschen mir ans Herz gewachsen sind.“

Diese Antwort bringt auf den Punkt, was Ehrenamt ausmacht: Gemeinschaft, Verantwortung und Mitmenschlichkeit. Und sie zeigt, dass man in jedem Alter noch viel bewegen kann – oft mehr, als man selbst ahnt.

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